Wenn Wünsche wahr werden Tierhaltung näher an den Verbraucher bringen

Leicht irritiert blickt die Kundin im Supermarkt auf das Regal mit Molkereiprodukten. Die Vielfalt ist unendlich und die quengelnden Kinder machen deutlich, dass die Kaufentscheidung bitte bald fallen möge. Es soll schmecken, nicht zu teuer sein und in der Produktion alles stimmen. Doch was in den Korb packen, wenn der Preis die am einfachsten zu erkennende Info ist?

Nur wenige Schritte weiter an der Fleischtheke will es ein Käufer ganz genau wissen. Woher denn das Grillwürste stammen, fragt der offenkundig gut situierte Best Ager. Hinter ihm steht ein junger Hipster, der seine Wartezeit nutzt und auf seinem Smartphone schon mal die Website des Markenfleischprogramms aufruft. 

Vorurteile abbauen

So unterschiedlich die geschilderten Kunden sind, eines ist ihnen ist gemeinsam: Transparenz verlangen sie alle, wenngleich abgestuft. Ob und was sie dafür zahlen würden sei dahingestellt. Und es ist müßig darüber zu diskutieren, denn Verbraucher wollen gewonnen und nicht gemaßregelt werden. Deren kritische Neugierde, gelegentlich mit Argwohn aus der Landwirtschaft betrachtet, ist eine, wenn nicht sogar die Chance, um die Tierhaltung wieder näher an den Verbraucher zu bringen. 

Chargengenau lässt sich das Grillfleisch ebenso zurückverfolgen wie die Auswahl am Kühlregal mit den Milchprodukten. Warum nicht mehr Info anbieten zu den Haltungsbedingungen? Dass der weitaus überwiegende Teil des Futters der Nutztiere aus heimischer Produktion stammt, ist ein Fakt der mit Daten hinterlegt werden könnte. So ließe sich mit Mythen und Vorurteilen zu den Futtermittelimporten aufräumen. 

Wahre Wertschöpfungskette

Jenseits von Kommunikation und Marketing erfüllt "Digital Animal Farming", so das Leitthema der EuroTier 2018, bereits heute wichtige Verbraucherwünsche. Die durchgehende Qualitätskontrolle vom Stall bis zum "Point of Sale" ist Realität. Die Wertschöpfungskette "Landwirtschaft und Lebensmittel" ist so transparent wie wenige andere Wirtschaftszweige. Es lohnt der Vergleich: Einfach mal im Handy-Shop nach Herkunft der einzelnen Produktkomponenten fragen, aber bitte keine zu ausführliche Antwort erwarten. Selbstverständlich gelten Lebensmittel, namentlich solche tierischer Herkunft, als besonders sensibel. Dem trägt die via Digitalisierung komplett gläserne Produktion, auch im wörtlichen Sinne eindeutig Rechnung.

Vom Futtermittelhersteller über die Landwirtschaft bis zu den verarbeitenden Betrieben und dem Lebensmitteleinzelhandel bieten sich mit Digital Animal Farming vollkommen neue Allianzen an. Diese zu erkennen ist der beste Weg um der Kundin am Kühlregal, dem kritischen Best Ager und den Hipster mit Smartphone das Vertrauen zu geben, das sie verlangen. 

Digital Animal Farming - Verbraucher und Tierhaltung 

  • Wertschöpfungskette neue denken
  • Transparenz ist möglich 
  • Info zur Haltung am Point of Sale
  • Branchenvergleich lohnt: Lebensmittelproduktion komplett gläsern

 

Chargengenau lässt sich das Grillfleisch ebenso zurückverfolgen wie die Auswahl am Kühlregal mit den Milchprodukten. (Foto: Pixabay)